HostESSEN im Dienste der KULTUR

2004
 – 2005 Die Berner Kulturvermittlerin, Kulturproduzentin und Kulturjournalistin Carol Rosa stellt zusammen mit den Journalistinnen Nicole Aebi, Renate Dubach, Elisabeth Hobmeier und Tina Uhlmann innert kürzester Zeit die Berner Kinderuni auf die Beine.

Darüber hinaus schwebt Carol Rosa ein unabhängiges Frauennetzwerk vor, das im Kultur- und Bildungsbereich der Stadt Bern neue Akzente setzt. Bereits beim ersten Treffen einigt sich das Quintett rasch auf den Namen KULTESSEN: „HostESSEN im Dienste der KULTur“. Natürlich liegt darin eine Prise Selbstironie.

Durch den fulminanten Start der Kinderuni im Sommer 2004 gestärkt, bauen die fünf Gründerinnen das Frauennetzwerk auf, nicht zuletzt auch mit dem Ziel, Frauen zu motivieren, eigene Projekte zu entwickeln und selbst umzusetzen. Die Ideen sind zahlreich, doch die engagierten Frauen schaffen es mangels Ressourcen nicht, alle Projekte zu realisieren. Es wird klar: Die Kultessen brauchen Verstärkung. Die Gründung eines Vereins liegt auf der Hand und erfolgt am 14. Februar 2004.



2006 – 2008
 Der Verein Kultessen stösst mit seinen Projekten schnell auf grosses Interesse. Es dauert nicht lange, bis sich über 20 weitere Frauen dem Verein anschliessen, so dass ein vorübergehender Aufnahmestopp ausgesprochen werden muss. Die Kultessen wollen nachhaltig, nicht überstürzt wachsen, die Projekte qualitativ hochstehend aufbauen und insbesondere die neuen Mitglieder gut coachen. Von Anfang an fördern deshalb „ältere“ Kultessen „jüngere“, sei es als Mentorinnen oder indem sie ihr Wissen konkret im Rahmen von Co-Projektleitungen transferieren.

2009 – 2010
 Organisation, Koordination und Administration nehmen zu, und der Verein beschliesst, professionellere Rahmenbedingungen zu schaffen. Vorrangig soll das Netzwerk bekannter werden. Damit die Frauen punktuell oder in einzelnen Projekten ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen können und ein echtes interdisziplinäres Arbeiten möglich wird, werden die Ressourcen gebündelt.

Ausserdem wird das Selbstvertrauen der Mitglieder gestärkt, indem mehr Frauen selbst Gelder akquirieren und Projekte in leitender Funktion durchführen.

 Regelmässig führen Kultessen Weiterbildungs-Tage durch, möglichst mit Expertinnen aus den eigenen Reihen. Die meisten Kultessen verfügen über ein immenses Wissen, sind in Aus- oder Weiterbildungen oder schliessen diese gerade ab. Das Kultessen-Weiterbildungs-Angebot stärkt die Fachkompetenzen der Mitglieder.

2012
 Der Kanton Bern anerkennt Kultessen als gemeinnützigen Verein.

2013
 Der Verein zählt 37 Mitglieder, 8 davon engagieren sich im Vorstand. Längst kann der Verein etablierte Projekte und damit Referenzen vorweisen: natürlich die Kinderuni Bern, aber auch die Schreibzeit Schweiz, den Kinderprogr, die Museums Academy sowie Mandate für verschiedene Museen (Historische Museen Bern, Spiez, Frauenfeld, Kunstmuseum Bern, Museum für Kommunikation etc.). Zudem programmieren Kultessen seit 2011 im Auftrag der Gemeinde Köniz das KiBuK, das Kinder- und Jugendmedienfestival Köniz.

2014
 Der Verein Kultessen feiert mit verschiedenen Anlässen sein 10-jähriges Jubiläum.

2015 Im Herbst 2015 programmiert der Verein Kultessen zum dritten Mal das KiBuK, das Kinder- und Jugendmedienfestival Köniz, das von fast 1700 Interessierten besucht wird. Und nach zwei Jahren kann das Projekt "Museums Academy - Jugendliche machen Museum" von Kultessen und dem Museum für Kommunikation mit drei spannenden Projekten abgeschlossen werden. Im Rahmen dieses partizipativen Langzeitprojektes realisieren Jugendliche eigene Projekte - zwei in der aktuellen Ausstellung und eines an der Museumsnacht 2015.

2016 Kultessen entwickeln für die Sonderausstellung "Hochmoore im Senseoberland" des Sensler Museums (29. April bis 14. August) ein Oral-History-Tool und ein Vermittlungsangebot für Schulen (3. und 6. Klasse).  Am 27. Mai wird auf dem Hirzel (Zürich) das Johanna Spyri Museum neu eröffnet. Kultessen haben zuvor während dreier Jahren in Zusammenarbeit mit der Szenografin Melanie Mock sämtliche kuratorischen und konzeptionellen Arbeiten geleitet, sowie die gesamte Textarbeit inklusive Recherche (Ausstellungstexte, Raumtexte etc.) geleistet und sämtliche Audiotexte recherchiert und getextet. In den Medien (insbesondere in der NZZ) wird die neue Ausstellung sehr gut besprochen und auch von den Besucher*innen anerkennend aufgenommen.

2017 Programmatisches Highlight in diesem Jahr ist die "Nacht der Forschung" am 16. September. An dieser präsentierte das Kultessen-Kinderuni-Team das vielbeachtete Quiz "Angle dir deinen Wissensfisch". Der Andrang ist gross und das Echo sehr gut.

2018 Der Kinderprogr wird neu ausgerichtet und als Kulturlabor organisiert. Während eines Semesters erforscht eine heterogene Kindergruppe im Alter zwischen 7 und 11 Jahren zusammen mit der Künstlerin Adriana Stadler das Thema "Linie". Die Ergebnise werden im Rahmen einer Vernissage im Progr präsentiert. Im Herbst finden Kulturlabors zum Thema "Rhythmus fühlen, hören, sehen" statt. Die Kinder arbeiten mit der Flötistin Isabel Lerchmüller, dem Perkussionisten Titus Bellwald und dem Fotografen Martin Bichsel. Der Kinderprogr wird zudem neu von der Kulturlegi Caritas Bern als "Viaduktangebot" aufgenommen, so dass armutsbetroffene Kinder kostenlos am Kinderprogr teilnehmen können.

2019 Die Kinderuniversität wurde 2004 von Kultessen konzeptioniert ud lanciert und bis August 2019 auch von Kultessen programmiert und durchgeführt. In den ersten Jahren haben Kultessen nicht nur die Vorlesungen und das Begleitprogramm programmiert und durchgeführt, sondern auch das nötige Geld (Fundraising) für das Begleitprogramm organisiert. Kultessen haben im Laufe der Jahre zahlreiche Specials nebst den Vorlesungen und Begleitprogrammen realisiert (u.a. CD-Special zum Thema Einstein mit Roger Graf von Radio SRF1, Specials an der Nacht der Forschung oder diverse Science Slams). Seit dem 1. September 2019 werden die Veranstaltungen neu von der Universität Bern direkt durchgführt, weil sie Dienstleistungen mit Bezug zur Aus- und Weiterbildung so eng wie möglich einbinden möchte, um ihre Verantwortung in diesem Bereich stärker wahrnehmen zu können.

2020 Mit dem Grossprojekt KU:BE konnten Kultessen zusammen mit MMWyss GmbH zwei Hörtouren mit Kulturgeschichten aus der Stadt Bern realisieren. Unbekanntes, Unerwartetes und Unglaubliches ist auf den Adiotouren in die beiden Berner Quartiere Länggasse und Kirchenfeld zu hören. Es handelt sich um eine App und diese wurde auf allen Ebenen mitwirkend zusammen mit Menschen mit einer visuellen Beeinträchtigung entwickelt. Im Sinne des "Design for all" kann die App von Menschen mit und ohne visuelle Beeinträchtigung gleichermasse genutzt werden. Die App KU:BE entstand im Zeitraum von Herbst 2019 bis Herbst 2020 im Rahmen eines Mandats an Kultessen und MMWyss GmbH von der Stadt Bern, EWB, BLS und BERNMOBIL.